Leistungsschutzrecht … und was daraus geworden ist – ein Kommentar

Als die Verlagslobbyisten im vergangenen Jahr immer und immer wieder gebetsmühlenartig die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseerzeugnisse forderten, war Experten und Außenstehenden von vornherein klar, dass es sich dabei um einen an Dämlichkeit kaum zu überbietenden Stuss handelt und einzig der plumpe Versuch war, ohne Gegenleistung etwas von den Umsatzmilliarden des Suchmaschinenprimus Google abzubekommen.

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Drei Streichhölzer hinter die Scheibenwischer

Ich will eigentlich gar nicht anfangen, mich als Physikinteressierter, aber immernoch Laie, über die Physik in Hollywoodfilmen lustig machen, aber es gibt Sachen, die müssen mal gesagt werden.
Da gibt es diesen Film, The Core – der Innere Kern, wow, hat den schon mal jemand gesehen? DAS ist das gravierendste Beispiel für „ich mache einen Film über Physik, aber ich habe KEINE Ahnung davon“. Neben den an vielen Stellen bereits aufgezählten 1420 Physik-Fehlern (Gravitationsfeld schirmt Mikrowellenstrahlung ab … aha!), die der Film hat, ist eine Sache wirklich so gravierend, dass ich das mal kurz erhellen will auch weil mein Kopf sonst platzt. (alle Werte sind grob gerundet!):
Irgendwie mitten in der „Handlung“ kommt es zur Sprache, die letzte der fünf 200-Megatonnen-Bomben reicht wohl nicht aus, um den Kern wieder in Drehung zu versetzen, also wird das verblieben Spaltmaterial des Antriebs neben die Bombe gestellt, um deren Wirkung zu verstärken.
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Der Skandal um Streetview

Der Skandal um Google Streetview ist längst nicht mehr der, dass Kamerafahrzeuge eventuell unsere Häuserfronten einmal abfilmen und dabei die eine oder andere Person mit aufnehmen, sondern eigentlich, dass 98% der Kritiker bislang nicht annähernd kapiert haben, was Streetview überhaupt ist.

Also ganz knapp zusammengefasst:
Nein, es gibt keinen „Live-View“
Nein, man kann nicht nach Bildern von Personen suchen

Liebe Medien, lasst dieses Kaspertheather! Bei Satellitenaufnahmen, die „wirklich“ Einblicke in Grundstücke gewähren und ständig aktualisiert werden, hat sich niemand beschwert. Die Leute, die am vehementesten dagegen sind, sind wahrscheinlich die, die später stundenlang davorsitzen werden. Zumindest sind es die, die sich vor ihrem eigenen Haus von einem Kamerateam filmen lassen und dabei bekräftigen, dass es für sie unerträglich wäre, wenn jeder ihr Haus sehen könnte. Im Fernsehen wissen die Leute (nur ein paar Millionen) nun auch gleich, wem die Bude gehört, dass sagt Streetview im Übrigen auch nicht.

Sicherlich gibt es berechtigte Kritikpunkte, aber Theorien über Einbrecher, die ihre Route per Streetview planen sollten doch im Reich der Mythen bleiben. Ich jedenfalls würde mich dabei nicht auf zwei Jahre alte Fotos verlassen, sondern einfach mal hinfahren :-)

Hetzkampagne – selbst wenn er schuldig ist!

Nachdem Jörg Tauss heute, drei Wochen vor Ablauf seiner Immunität ebendiese aberkannt bekommen hat, was allein für Schlagzeilen reicht, stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit.
Kann es sein, dass hier eine Kampagne gefahren wird?
Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Pietzsch, der im Gegensatz zu Tauss bereits rechtskräftig wegen des Besitzes von KiPo-Material verurteilt ist, leugnet seine Schuld und sagt, er hätte nur in der Szene recherchiert. Ihm wurde von den Parteifreunden geglaubt, auch nach der Verurteilung. Er verabschiedete sich in allen Ehren wegen gesundheitlicher Gründer aus dem Landtag. Kann sich jemand an das Presseecho erinnern? Ich auch nicht. Google kennt 316 Dokumente, die zu “Thomas Pietzsch Kinderporno” angezeigt werden.
Im Fall von Tauss dem verglichen mit Pietzsch Peanuts vorgeworfen werden, soll das gleich ein ganze Partei in den Abgrund ziehen? Piraten = Kinderpornokonsumenten? Wer hat das denn damals für die CDU behauptet?

Ach übrigens, “Jörg Tauss Kinderporno” zeigt ca. 121.000 Treffer an. Die Frage ist nur, was ist hier Henne und was ist Ei.

Aber es gibt noch Hoffnung

Wie geil ist der denn! Sehr schöner Beitrag auf koentopp.de

Rupert Scholz und mit ihm die Partei, die er repräsentiert, stehen für diese Welt der Zurückgebliebenen. Wir nennen sie Alte Männer mit Kugelschreibern oder Internetausdrucker. Wir wissen nicht, wie wir mit ihnen reden sollen und wie wir ihnen unsere Welt erklären sollen, und wir hoffen, daß es eine biologische Lösung für dieses Problem gibt.

Danke Kristian Köhntopp!

Unschuldsvermutung Adé

Heute bei Heise gelesen, dass Neuseeland, auf einen Satz zusammengedampft, sich auch zu einem Gesetz durchgerungen hat, dass Provider verpflichtet, Internetnutzer vom Netz nehmen, denen ein Urheberrechtsverstoß vorgeworfen wird.

Ich formuliere es anders: Die Rechteverwertungsmafia behauptet, ich würde Dateien tauschen, daher wird mein Internetzugang gesperrt. Auf die, zumindest für Nicht-Musikindustrie-Mitarbeiter, berechtigte Frage nach Beweissituation antwortete etwa Campbell Smith, der Chef des Musikindustrieverbandes Recording Industry Association of New Zealand (RIANZ), dass es doch geradezu “lächerlich” sei, wenn ein Benutzer in solch einem Fall von einem Provider Beweise fordern würde, die man “unmöglich” beibringen könne.
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Kritischer geht’s wohl nicht, Herr Steinmeier?

Blattkritik! Na ja, wenn es nichts zu kritisieren gibt, dann muss man eben loben, wenn’s sein muss auch die Bild. So oder so ähnlich muss es sich im Oberstübchen des designierten Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier wohl am Montag morgen abgespielt haben. Aber vielleicht war doch noch viel mehr Berechnung im Spiel.
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Cuil, die neue Suchmaschine ist da

Seit Montag kann man Cuil nutzen, um zu finden was man sucht. Ein guter Ansatz für ein besseres Internet oder doch bloß ein Ofen für Venture Capital? Ich hab mir da mal so meine Gedanken gemacht. Die gibts ausnahmsweise nicht direkt hier, sondern in den SEO-Notes.

Ein kurzes Abschiedslied für George Carlin

Die Inspiration und der Namesgeber dieses Blogs ist tot. Am Sonntag, 22. Juni 2008 ist George Carlin, der wahrscheinlich “großte Standup-Comedian aller Zeiten” im Alter von nur 71 Jahren in Santa Monica gestorben.
Das Enfant terrible der amerikanischen Comedy konnte auf eine fast 50-jährige Karriere zurückblicken und war bis zuletzt aktiv. Weiterlesen

Geht’s noch? – Rechteverwerter mit Realitätsverlust

Financial Times Deutschland und der Spiegel berichten heute darüber, dass die Verwertungsindustrie (rückwirkend für fünf Jahre) eine Art Urheberrechtsabgabe von den PC Herstellern verlangen will. In der Beründung heißt es: “PC[s] mit eingebauter Festplatte sind erkennbar dazu bestimmt, Fernsehfilme zum privaten Gebrauch zu vervielfältigen [...]“. Der Fakt, das der weitaus größte Teil aller Rechner simplen Geschäftszwecken dienen, blieb dabei offenbar außer Acht.

Ich fasse das also mal mit eigenen Worten zusammen:

Man wird bereits bei Erwerb der Sache (Computer) dafür bestraft, dass man etwas illegales damit anstellen könnte und dann nochmal, wenn man es wirklich tut! (Denn die Industrie wird deshalb nicht aufhöhren, auch noch den letzen Verbrecher, der es wagt seine gekaufte Un-CD in mp3 umzuwandeln um sie hören zu können, zu jagen und hundertausende von Euros Schadenersatz zu verklagen.)

Mit der selben Logik (und das ist jetzt nicht einmal sarkastisch) könnte man doch von jedem Autokaeufer bei Erwerb des neuen Vehikels pauschal 500 Euro fuer potenzielle Geschwindigkeitsuebertretungen verlangen. Ein Auto das 250 km/h faeht ist schliesslich dafuer praedestiniert. Sollte es dann aber wirklich vorkommen, wird freilich nochmal zur Kasse geben.