Passbilder endlich in 3D

Die Bundesdruckerei hat heute eine Kooperation mit dem koreanischen Technologieunternehmen Samsung Mobile Display bekanntgegeben. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll ein ePass der nächsten Generation entstehen, der auf einem hauchdünnen Display ein dreidimensionales Bild/Filmchen des Ausweisbesitzers anzeigen. Ausreichendes technisches Equipment zum auslesen der Ausweises natürlich vorausgesetzt. Wer sich jetzt denkt: Die lassen sich immer wieder neuen Unsinn einfallen, um den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen, der irrt, das hat alles Hand und Fuß. Getreu dem Motto: wir  machen es, weil es machbar ist.

„Durch die Dreidimensionalität kann beispielsweise der Grenzbeamte leichter erkennen, ob der vor ihm stehende Reisende tatsächlich der Besitzer des Passes ist. Dadurch werden für den Reisenden die Grenzprozesse schneller und komfortabler”, heißt es bei der Bundesdruckerei zum Kooperationsabkommen.“ (heise)

Während heute also noch langwierig und zeitraubend auf die nur zweidimensionale Abbildung des dreidimensionalen Terroristen Einreisewilligen geblickt werden muss (was wohl eine für Grenzschützer unzumutbare Transferleistung darzustellen scheint, ich sehe vor meinem inneren Auge wie er starren Blickes sinnentleer auf die Plasikscheibe in seiner Hand starrt und partout nicht das Foto in einen Zusammenhang mit der Person vor ihm bringen kann), können die dann auf ein durch einen hochkomplexen technischen Prozess sichtbar gemachtes bewegtes Bild, eine Art Filmchen, des potenziellen Delinquenten blicken. Gut, die Technik funktioniert nicht zuverlässig und wahrscheinlich werden die meisten Flughäfen nicht in die Lesegeräte investieren, aber das alles ist dennoch allemal besser als die veralteten, lächerlich unterdimensionierten Fotos.

Warum diese, jeder Beschreibung spottende, Verkomplizierung ausgerechnet die Wartezeit an den Flughäfen verkürzen soll, bleibt wohl ein Geheimnis der Verantwortlichen. Fakt ist, ohne in einer „Leseumgebung“ zu sitzen, bleibt der Bildschirm leer. Das heißt, während früher noch ein Bild reichte, um den Besitzer zu identifizieren, braucht’s in Zukunft ein Video und eine Videobetrachtungsumgebung? Vielleicht sollte der Bund besser in die Qualifizierung der Beamten investieren. Wer in der Kindheit häufiger mal ein zweidimensionales (gibt es andere?) Bild gesehen hat, kann doch durchaus in den Tiefen des Gehirn daraus ein dreidimensionales Äquivalent erschaffen. Jahrzehntelang hat das einwandfrei funktioniert und plötzlich können die Grenzer  keine Bilder mehr erkennen?

Bitte üben Leute, das können sogar Beamte erlernen!

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