Mathe für Mineralölkonzerne
Ich will aus aktuellem Anlass mal ein kleines Zahlenspiel beginnen.
Anfang Juli (ich glaube es war der 7. oder 8.) betrug der Preis für ein Barrel (ca. 159 Liter) Mineralöl der Sorte “Brent” $147,50 bei Handelsschluss ($148,80 sogar im Verlauf des Handelstages), heute wurde dieselbe Menge desselben Rohstoffes zwischenzeitlich mit $88,99 gehandelt. Ich runde mal zu meinen Gunsten eine Differenz von $60 (in Worten: Sechzig Dollar) seit diesem Höchststand. Aber jetzt kommts.
Ein Blick auf die Tankstelle vor meinem Büro bietet folgenden Anblick:
Benzin 151,9,
Super 151,9
SuperPlus 156,9.
An dem besagten Tag im Juli waren die Werte folgende:
Benzin 151,9
Super 151,9
SuperPlus 154,9.
Merkt hier jemand etwas? Ich will meinen Gedanken einmal weiter führen. Vor etwas mehr als einem Jahr (letztmalig im März 2007) betrug der Preis für dieselbe Menge Öl derselben oben genannten Marke weniger als $60.
Das bedeutet, dass obwohl der Rohstoff innerhalb der vergangenen 3 Monate mehr an Wert verloren hat, als er von 18 Monaten überhaupt gekostet hat, dahingegen hat sich der Preis für das Endprodukt nicht reduziert.
Ich will das nicht weiter kommentieren, macht euch mal eure Gedanken!!!
Besonders faszinierend war jedoch die Entwicklung in den vergangenen beiden Tagen. Am Montag war Öl bei $102, die US-Devise selbst $140 für 100€ und die Tanke sagte 144,9 für einen Liter ROZ95. Heute, ca. $90 für 159 Liter Öl bei $142 für 100€ (um den “Währungsfaktor” auszuschließen) und die Tanke? Genau 7 Cent teuerer. Fazit, steigender Ölpreis = steigender Spritpreis – sinkender Ölpreis = steigender Spritpreis. Wie hätte George Carlin gesagt:
“Somebody is pulling your prick”.

Ich ärger mich schon seit ein paar Wochen nicht mehr darüber – nach einer kleinen Kosten-Leistungsrechnung war klar, der Wagen muss weg! Der angenehme Nebeneffekt – durch den sinkenen Barrelpreis steigen zwar die Benzinkosten, andere wie Heizöl und Flugkosten sinken aber
heute bezahlt man für ein barrel brent 89$. wenn du mich fragst, ist das eh okay, da nun endlich eine abkehr von fossilen brennstoffen stattfindet.
gab es nicht in den siebzigern autofreie tage? wie wärs mit autofreien wochen bis sich supply and demand endlich wieder ausgleichen.
sollen die multies doch auf ihrem treibstoff verrotten. nach gewinnen von über 10 mrd $ bei BP und SHELL in den ersten beiden quartalen 2008 können sie ja ein paar magere jahre vertragen…
Die Fahrradbranche boomt deswegen.
Ich habe mir einen kleinen 50ccm Roller gekauft, fahre damit zur Arbeit, und habe
in wenigen Monaten immerhin schon 325 Liter eingespart.Ja,selbst wenn die Benzinpreise wieder auf normalen Niveau wären, kann ich mir nicht mehr vorstellen, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren,mir würde die frische Luft fehlen.