Großes Tennis, das mit den Steuernummern. Da sich die deutschen Datenschützer aus für Politiker wahrscheinlich überhaupt nicht nachvollziehbaren Gründen gegen eine zentrale Meldedatei gewehrt hatten, hat man es über den kleinen aber feinen Umweg der bundeseinheitlichen Steuernummer geschafft, die persönlichen Informationen aller (gemeldeten) Bürger in Deutschland zusammenzutragen und in einer zentralen Datei zu speichern. Wie ernst man es dabei mit der Sicherheit der Daten nimmt … nun ja. Daten werden unverschlüsselt auf CD gebrannt mit der Post geschickt. Und Ihr wollt diesen “Fachleuten” Eure Fingerabdrücke geben?

SteuererklärungZurück zur Steuernummer und den dahinterliegenden persönlichen Daten. Blöd, wenn bei den Datensätzen, die immerhin aus etwa 5300 Ämtern stammen, und nicht etwa ein einheitliches Format haben, leichte Zuordnungsfehler vorkommen. Ganz besonders zu spüren bekommen haben das zum Beispiel die Steuerzahler in Stade. Hier ist ein ziemlich hoher Prozentsatz der Bürger einem Zufallsgenerator der Datenbanksysteme zum Opfer gefallen.
Was zunächst witzig klingt, kann sich schnell als übles Problem für die Menschen entpuppen. Denn das Einzige, das auf diesen Mitteilungen stimmt, sind Name und Anschrift. Geburtsname, Geburtsort, Datum etc. sind unsinnig.

Aber da eine Behörde sich niemals irrt, ist es nun wohl an den Bürgern, zu belegen, dass sie nicht im Jahre 1683 in als Segeij Markovjew im Libanon geboren wurden, und auch die Korrektur zu veranlassen, wer das versäumt, bracht sich später nicht zu wundern. Ich bin ja mal gespannt, wie vielen Bürgern aus dieser Demonstration von Unfähigkeit der Behörden später noch ein Strick gedreht wird. Wer hingegen Stellungnahmen oder gar Schuldeingeständnisse vom Bundesfinanzministerium, dem Bundeszentralamt für Steuern (das die Steuernummern vergibt) oder beim zentrale IT-Dienstleister der Bundesfinanzverwaltung, dem Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (ZIVIT) erwartet, wird enttäuscht. Von Fehlern will man hier nichts wissen.

Vielleicht mal zur Information, hintern der 11-stelligen Nummer werden folgende Daten gespeichert: Familienname, frühere Namen, Vornamen, Doktorgrad, Tag und Ort der Geburt, Geschlecht, gegenwärtige oder letzte bekannte Anschrift, zuständige Finanzbehörden, Sterbetag. So kann eine korrekte Zuordnung erfolgen. Blöd nur, wenn diese Daten blödsinniger Kauderwelsch sind.

Witzig finde ich übrigens den Satz: „Weitere Daten werden nicht gespeichert.“ Nein? Welche gäbe es denn noch? Penislänge? Ansteckende Krankheiten? Betrachtet der Staat sein Bürger mittlerweile als Eigentum, das er zu verwalten hat?

Und wie will man bei einem Neugeborenen wissen, ob er oder sie später mal einen Doktorgrad erlangen und wen Sie heiraten und welche Künstlername Sie später mal haben werden? Obwohl, so abwegig ist das gar nicht, unser Bildungssystem tut ja im Moment alles dafür, dass bereits bei Geburt feststeht, wer studieren und wer Hartz 4 empfangen wird.

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