Deutschland ist im Viertelfinale und alle schwimmen mal wieder auf einer Welle der Euphorie. Für drei Wochen sind die Probleme des Landes (mal wieder) in den Hintergrund gerutscht. Für mich Grund genug, mal wieder ein grundlegendes Statement abzugeben.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: im Moment zielen alle Vorschläge unserer Regierung zum Schutz unserer Freiheit darauf ab, diese Freiheit einzuschränken. Sei es durch Vorratsdatenspeicherung, BKA-Gesetz, Bundestrojaner oder Ausländerfragebogen. Es scheint unsinnig, aber immer mehr wird mir bewusst, dass das größte Problem der Freiheit die Freiheit selbst ist. Mir drängt sich mehr und mehr das Gefühl auf, die Leute haben gar nicht verstanden, worum es bei Freiheit geht! Freiheit ist nicht, die Wirtschaft mal machen lassen und die Bevölkerung überwachen, wie es in der westlichen Welt momentan Gang und Gäbe ist.
Ich sehe Armut, steigende Rohstoff- und Lebensmittelpreise und die zunehmende „Verblödung“ der Gesellschaft als eine weitaus größere Bedrohung an, als den vielbeschworenen Internationalen Terrorismus. Man sollte eventuell einmal Ursache und Wirkung genauer gegeneinander abgrenzen. Durch die Beseitigung der Ursachen für die allgemeine Unzufriedenheit, die zweifellos in der Welt herrscht, könnte man etliche Probleme mit den Menschen lösen, nicht immer gegen sie.
Das einzige, das ich von unserem Innen-Schäuble höre ist: verbieten, überwachen, reglementieren und einschränken. Ich glaube nicht, dass sich die Deutschen in einer zweiten, technisch viel ausgereifteren DDR wirklich wohl fühlen werden. Terroristen planen keine Anschläge, weil ihre Computer nicht überwacht sind, sondern weil sie mit der Welt unzufrieden sind, und sich deshalb unausgegorenen extremistischen Strömungen anschließen. Entzieht denen den Nährboden, dann können private Rechner auch privat bleiben. So schützt man Freiheit effektiv und das ist allemal besser, als sie in Schutzhaft zu nehmen.
