Bock wird Gärtner! – VDS und die Telekom

Im Zusammenhang mit der Bespitzelungsaffäre bei der Telekom und der heute anstehenden Aktionstages gegen Überwachung denke ich, dass es Zeit ist das schon tausendmal gesagt nochmal zu betonen.
Wie genau es die Telekom mit der Sicherheit und Vertraulichkeit von Ihr erhobener Daten und Informationen nimmt, ist ja unschwer an der momentanen Berichterstattung zu erkennen. Nur nochmal ins Gedächtnis zurückgerufen, die Telekom speichert als Erfüllungsgehilfe des Innenministeriums unsere Verbindungsdaten.So hat der CDU Fraktionsvize Wolfgang Bosbach die Telekom auch aufgefordert, die Bespitzelungsaffäre müsse von der DTAG “ohne Ansehen der Person und rücksichtslos” aufgeklärt werden… Mal wieder, wie bei Siemens, darf der Täter selbst die Ermittlungen leiten. Die Metapher:”Den Bock zum Gärtner machen” wirkt hier nur noch wie ein zahnloser Tiger. Ich habe schon eine Idee, was da bei der Telekom passieren wird: irgendein Vorstandsfuzzi aus der zweiten Reihe (Codename: Opferlamm) wird die volle Verantwortung übernehmen, ein paar Millionen Abfindung kassieren, damit er die Schnauzte hält und damit ist die Sache für die DTAG erledigt.
Da sieht man doch am besten, wie genau man dort es mit der “Rechtsstaatlichkeit” im Zusammenhang mit diesem hochsensiblen VDS-Daten nimmt. Nebenbei bemerkt, sollte auch nur ein einziges terroristisch motiviertes Verbrechen durch VDS nachweislich verhindert worden sein, werde ich mich in Reue zurückziehen (eher ein überschaubares Risiko), bis dahin meine Idee: Wenn die Daten doch schon mal da sind, warum nicht auch für andere (kommerzielle) Zwecke benutzen? Die Rechtverwertungsindustrie freut sich ganz sicher über einen Customer-Account auf dem Vorratsdatenspeicher der Telekom.

Im Ernst, den gut organisierten Terroristen von Nebenan wird die ganze VDS Bespitzelungs- und Überwachungsmaschinerie nicht wirklich kratzen. Angst vor Aufklärung? (Denn nur darum geht es, verhindern kann das alles nichts) Diese Leute machen keine Geheimnisse aus Ihren Taten. Ich brauche keine VDS um einen Terroranschlag aufzuklären, bei dem der Attentäter zumeist in Einzelteilen am Tatort rumliegt. Der wird kaum Angst davor haben, dass die Staatsanwaltschaft anschließend herausfindet, dass und wann und wie oft er mit Afghanistan telefoniert hat.

Offenheit, die Meinungsfreiheit und den Respekt vor der Individualität und der Privatsphäre seiner Bürger zu schützen, sollte die Aufgabe des Staates sein, nicht Bespitzelung, Schikane und Einschüchterung.

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